Neues DFG-Forschungsprojekt am Fachgebiet VWL, Geld und Währung  [29.10.26]

Transfers zwischen Regionen können wirtschaftliche Schocks abmildern. Strenge Schuldenregeln sollen verhindern, dass öffentliche Defizite ausufern. Das neue Forschungsvorhaben " Stabilisierung, Risikoteilung und Schuldentragfähigkeit: Fiskalföderale Architekturen bei strategischer Anreizwirkung in Währungsunionen" untersucht das Zusammenspiel der beiden wirtschaftspolitischen Instrumente. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert und vom Fachgebiet VWL, ins. Geld und Währung unter der Leitung von Michael Evers durchgeführt.

Bild: Pixabay/Steve Buissinne


Wenn eine Region in wirtschaftliche schwierigkeiten gerät, können Transfersleistungen wirtschaftliche Entlastung leisten. Gleichzeitig gibt es oft Regeln zur Verschuldung, um sicherzustellen, dass öffentliche Haushalte langfristig stabil bleiben. Beides ist wichtig – doch die beiden wirtschaftspolitischen Instrumente können gegensätzliche Anreize setzen: Finanzielle Unterstützung kann die Haushaltsdisziplin schwächen, während enge Schuldenvorgaben den Spielraum für notwendige Ausgaben in einer Krise begrenzen.

Dieses Themengebiet wird aktuell stark diskutiert: Es zeigt sich beispielsweise in den Debatten über die deutsche Schuldenbremse, die europäischen Fiskalregeln und mögliche Stabilisierungsmechanismen für die EU. Wie Transfer- und Schuldenregeln zusammenwirken, ist bislang wenig untersucht. Insbesondere fehlen Analysen dazu, wie Regierungen einzelner Regionen auf unterschiedliche Regeln reagieren – etwa bei der Festlegung von Steuern und öffentlichen Ausgaben.

Das neue Forschungsvorhaben "Stabilisierung, Risikoteilung und Schuldentragfähigkeit: Fiskalföderale Architekturen bei strategischer Anreizwirkung in Währungsunionen" untersucht diese Fragen mithilfe eines quantitativen makroökonomischen Modells für Währungsunionen. Die Ergebnisse sollen zeigen, wann Transfersysteme und Verschuldungsregeln einander ergänzen – und wann sie sich teilweise ersetzen können. Damit schafft das Projekt eine analytische Grundlage für die Diskussion über die Weiterentwicklung des europäischen Fiskalrahmens und der deutschen Schuldenbremse.

Das Forschungsprojekt vom Fachgebiet VWL, insb. Geld und Währung wird von der DFG mit einer Laufzeit von drei Jahren bis 2029 gefördert. Projektlieter ist Fachgebietsleiter Michael Evers.


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